Augenhintergund-Untersuchung

Bei der Untersuchung des Augenhintergrunds (Ophthalmoskopie) betrachtet der Augenarzt die Innenseite des Augapfels. Dabei beleuchtet er mit einem Spiegel den Hintergrund der Augenhöhle. So kann er wichtige, von außen unsichtbare, Regionen des Auges beurteilen: die Netzhaut mit ihren Gefäßen, die Eintrittsstelle des Sehnervs ins Auge sowie den Sehnervkopf.

Der Augenhintergrund: Eine wichtige Untersuchung

Die Untersuchung des Augenhintergrundes ist einerseits wichtig im Rahmen von Augenerkrankungen und andererseits, um Komplikationen am Auge im Rahmen anderer Erkrankungen wie Diabetes mellitus und Bluthochdruck festzustellen.

Der Arzt beurteilt die hinteren Regionen des Auges, d. h. alles, was der Pupille gegenüberliegt. Hierzu zählen:

  • die Netzhaut (Retina). Sie kleidet den nicht sichtbaren hinteren Teil des Augapfels aus. Sie enthält Millionen von Sinneszellen (Stäbchen und Zapfen), die wesentlich am Sehen beteiligt sind.
  • die Blutgefäße der Netzhaut.
  • die Eintrittsstelle des Sehnervs. Diese Stelle wird auch „blinder Fleck“ genannt, da sich an dieser Stelle des Augenhintergrundes keine Sehzellen befinden. Der Sehnerv leitet die Bilder von den Sinneszellen der Netzhaut ins Gehirn.
  • die Makula, der sogenannte gelbe Fleck. Das ist die Stelle des schärfsten Sehens.

Bei den folgenden Erkrankungen sollte der Augenhintergrund regelmäßig untersucht werden, um Komplikationen am Auge möglichst frühzeitig zu erkennen:

  • altersbedingte Makuladegeneration (der Gelbe Fleck ist geschädigt)
  • Bluthochdruck
  • Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit)
  • Netzhautrisse und -löcher
  • Netzhautablösung
  • Tumore im Auge
  • Entzündungen der Netzhaut
  • Verschluss der großen Blutgefäße der Netzhaut
  • erhöhter Hirndruck (gekennzeichnet durch eine Vorwölbung des Sehnervs ins Augeninnere)

Spiegel und Linsen

Für die Untersuchung erhellt der Arzt das Auge mit einer Lichtquelle, die entweder direkt im Spiegel (dem sogenannten Augenspiegel) enthalten ist oder wie eine Taschenlampe schräg vor das Auge gehalten wird. Um die Untersuchung zu erleichtern, träufelt der Arzt ein Medikament ins Auge, das die Pupillen erweitert. Diese Pupillenerweiterung hält einige Stunden an. Während dieser Zeit kann der Patient nicht klar sehen und darf deswegen beispielsweise nicht Auto fahren.

Oft wird der Augenhintergrund beim Augenarzt im Rahmen der Spaltlampenuntersuchung mit betrachtet. Dies ist ein Gerät, bei dem ein Mikroskop zusammen mit einer Lichtquelle eine Untersuchung des Auges ermöglicht. Der Patient muss sein Kinn nur auf einer Stütze ablegen und in das Gerät schauen.

Grundsätzlich gibt es zwei verschiedene Techniken, den Augenhintergrund zu untersuchen:

  • Bei der direkten Augenhintergrund-Untersuchung verwendet der Arzt einen elektrischen Augenspiegel, den er direkt vor das Auge des Patienten hält. Mit diesem Instrument erhält er ein Bild in 14- bis 16-facher Vergrößerung. Zwar kann man mit dieser Methode nur kleine Ausschnitte betrachten, dafür lassen sich jedoch Einzelheiten in der Mitte der Netzhaut besonders exakt beurteilen.
  • Bei der indirekten Augenhintergrund-Untersuchung hält der Arzt mit ausgestrecktem Arm eine Lupe vor das Patientenauge und betrachtet den Augenhintergrund aus etwa 60 Zentimeter Entfernung. Bei dieser Untersuchung erhält der Arzt einen guten Überblick über den gesamten Augenhintergrund, allerdings ist die Vergrößerung deutlich geringer, nämlich maximal 4,5-fach.

Zeiss Clarus-Funduskamera: Untersuchung der Netzhaut ohne Weitstellung der Pupille

Die Zeiss Clarus-Funduskamera ermöglicht es, die Netzhaut oft ohne vorherige Weitstellung der Pupillen zu untersuchen. Sie liefert Aufnahmen mit hoher Auflösung von allen Bereichen der Netzhaut, auch der Peripherie. Farbgetreue Fundusbilder unterstützen die Differentialdiagnose und sind perfekt für die Dokumentation (z.B. bei Diabetes, Gefäßverschlüssen, Tumore etc.) geeignet.

Bei der Untersuchung des Augenhintergrundes werden die Pupillen des Patienten durch Augentropfen erweitert, damit der Arzt besser in das Auge hineinsehen kann. Bis die vollständige Sehschärfe wiederhergestellt ist, vergehen einige Stunden, in denen der Patient beispielsweise nicht selbst Autofahren darf. Die Untersuchung des Augenhintergrundes dauert nur wenige Minuten und ist völlig schmerzlos.